Die durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Deutschland am 19. Mai vorgestellten Ergebnisse des Fahrrad-Klima-Tests 2016 für Bad Vilbel spiegeln nach Ansicht des Leiters des Arbeitskreis Verkehr der CDU, Oliver Junker, kein durch ein objektives Institut erarbeitetes Ergebnis wider, sondern sind in erster Linie ein Papier der Radfahrlobby.

„Der Aufbau der Fragen, als auch deren Wertung verdeutlichen dies. So werden Fragen gestellt, ob „…Radfahrer/innen als Verkehrsteilnehmer akzeptiert“ werden, ob in den Medien positiv oder negativ berichtet wird oder ob es zwischen Radfahrern und Fußgängern bzw. Autofahrern zu Konflikten kommt. Derlei Fragen geben ein subjektives Gefühl wieder, ohne aber Antworten darauf zu liefern, was der Grund für die negative Medienberichterstattung war, wieso es zu Konflikten zwischen Radfahrern einerseits und Fußgängern und Autofahrern andererseits gekommen ist. Dies kann aber eine nur an den einen Teil der Verkehrsteilnehmer – nämlich der Radfahrer – gerichtete Umfrage nicht liefern“, so Junker.

Auch sind die Forderungen in sich widersprüchlich, die der ADFC für Bad Vilbel fordert. Einerseits wird kritisiert, dass die Bewertung der Akzeptanz der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer nicht gut sei, aber gleichzeitig wird die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer verlangt, ohne ein Mindestmaß an Sicherheit für die Radfahrer zu fordern. Auch entgegen der Beurteilung der Bad Vilbeler Grünen gibt es bereits eine Vielzahl an Einbahnstraßen oder Straßen mit Verbot der Einfahrt, die für den Radverkehr freigegeben sind. Hier erinnerte Junker daran, dass dies im Zuge des Radverkehrskonzeptes nochmals näher betrachtet werden soll. „Hierbei müssen die Besonderheiten der einzelnen Streckenabschnitte berücksichtigt werden. Dazu zählen die Platzverhältnisse, und am aller wichtigsten die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Eine generelle Öffnung aller Einbahnstraßen ist nicht zielführend“, so der CDU-Politiker. „Es hat schon einen Grund, warum eine Straße als Einbahnstraße klassifiziert wurde. Die Fahrbahn ist manchmal so schmal, dass aus Sicherheitsgründen der Straßenverkehr nur in eine Richtung geführt wird. Bei einer Öffnung stehen sich auf einer schmalen Fahrbahn auf einmal Radfahrer und PKW/LKW-Fahrer gegenüber. Dies schürt nicht nur Konfliktpotential unter den Verkehrsteilnehmern im Alltagsverkehr, sondern erhöht auch erheblich das Risiko von Verkehrsunfällen.“

Der AK-Vorsitzende stellt klar, dass die CDU sowie der Magistrat eine ideologiefreie Verkehrspolitik betreiben, die allen Verkehrsteilnehmern Rechnung trägt. „Bei allen Entscheidungen die wir treffen müssen wir sorgsam abwägen, welche Prioritäten gesetzt werden. Dabei wird stets versucht, allen gerecht zu werden. Eine einseitige Bevorzugung von einzelnen Verkehrsteilnehmern darf es aber dabei nicht geben“, so Junker. Bemerkenswert sei, so der CDU-Politiker, auch die Forderung nach Ausweisung weiterer Tempo-30-Zonen. „Wer sich die Straßenkarte von Bad Vilbel einmal genau betrachtet wird feststellen, dass über 80 Prozent des Stadtgebiets als Tempo-30-Zone oder verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen sind. Nur auf den Haupterschließungsstraßen darf Tempo 50 gefahren werden“, so Junker weiter der jedoch darauf hinweist, dass bspw. auch auf der Frankfurter Straße Tempo 30 und auf der Alten Frankfurter Straße Tempo 40 gilt.

Im Übrigen ist nach Ansicht von Oliver Junker in der Umfrage noch nicht berücksichtigt, dass die Stadt Bad Vilbel einige Radfahrprojekte weiter vorangetrieben hat. Darunter die Radwegeführung Niddaroute, der Bau neuer Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen in Bad Vilbel, Gronau, und bald auch in Dortelweil. Den Vergleich mit anderen Städten muss Bad Vilbel daher nach Auffassung von Oliver Junker nicht scheuen, zumal der ADFC selber darauf hinweist, dass die Bewertungen für die Stadt Bad Vilbel zu den meisten anderen Städten relativ uneinheitlich seien.

Abschließend kritisiert Junker die Aussage der Bad Vilbeler Grünen, der Magistrat würde das Parken auf Radwegen großzügig dulden. „Solche Behauptungen ohne das Vorbringen von konkreten Beispielen tragen nicht zu einem positiven Fahrradklima in Bad Vilbel bei“, so der CDU-Verkehrsexperte.

Über Oliver Junker: Oliver Junker ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht und seit dieser Legislaturperiode als Stadtverordneter in Bad Vilbel und Ortsbeiratsmitglied in Gronau tätig. Im Ortsverband der CDU Gronau ist er Schriftführer und leitet den Arbeitskreis Verkehr der CDU Bad Vilbel.

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