Keine Müllautos am Dortelweiler Platz

Dortelweil. Die Dortelweiler CDU begrüßt den Fortschritt der im Ortsbeirat vorgestellten Planungen zur Errichtung der Proben- und Werkstatträume für die Burgfestspiele sowie der Erweiterung des Bauhofs auf Dortelweiler Gemarkung.

Der Bebauungsplan ging bereits in die zweite Beteiligungsrunde. Das Plangebiet grenzt direkt an den städtischen Bauhof Richtung Karben, wird westlich von der Friedberger Straße und östlich durch die Verlängerung der Eibenstraße begrenzt. Das Gebiet umfasst 3 Flurstücke mit einer Gesamtgröße von ca. 1,1 Hektar.

Die unterschiedlichen Räumlichkeiten für die Burgfestspiele sollen an dieser Stelle gebündelt untergebracht werden. Aktuell liegen die Räume logistisch ungünstig über das Stadtgebiet verteilt. Einige dieser Standorte werden künftig sogar wegfallen, so dass Ersatz dringend benötigt wird. Auch der Bauhof und die Gartenabteilung stoßen an ihre Grenzen und benötigen dringend eine Erweiterung des Geländes. Der zusätzliche Platz soll für die Anzucht von Pflanzen, als Lagerfläche und für die Unterstellung städtischer Fahrzeuge wie beispielsweise Müllwagen genutzt werden.

Grüne schlagen Randbebauungsfläche des Dortelweiler Platzes als Alternativstandort vor und ernten harsche Kritik des gesamten Ortsbeirats.

Eine Prüfung auf alternative Standorte kam zu dem Ergebnis, dass es keine vergleichbaren Flächen gibt, die die Kriterien erfüllen. Die von Bündnis 90 die Grünen vorgeschlagenen alternativen Flächen befanden sich entweder nicht im städtischen Besitz oder sind als Reserveflächen für Wohnbebauung vorgesehen. Höhepunkt der Ortsbeiratssitzung war der Vorschlag der Grünen, die Theaterwerkstätten mitten in Dortelweil West zu platzieren. Hier war sich der Rest des Hauses einig, dass dies in Zeiten begrenzter Flächen für Wohnbau keine Option sei und nicht in das Ortsbild an dieser Stelle passen würde. Auch wäre der Platzmangel des Bauhofes mit dem Ansatz der Grünen nicht gelöst, oder sollten künftig Müllautos mitten in Dortelweil geparkt werden? Die Prüfung des Magistrats nach geeigneten Standorten in der Nähe der Burg ergab kein positives Ergebnis.

Die Stadt hatte einen Antrag auf Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans gestellt, da die Fläche hauptsächlich als Vorranggebiet für landwirtschaftliche Nutzung festgelegt ist und künftig als Fläche für Gemeinbedarf umgewidmet werden soll.

Im Bebauungsplan festgesetzt wurde eine Grundflächenzahl von 0,6. Dies bedeutet, dass nur 60% der überplanten Fläche bebaut werden können. Eine massivere Bebauung, wie normalerweise üblich, wäre für die Lage am Ortsrand nicht wünschenswert. Die Höhe der Bebauung ist auf 10 bis 13,5 Meter beschränkt.

Der Umweltaspekt:

Die Bewertung des Plangebiets ergab eine negative Auswirkung auf das Schutzgut Boden sowie geringe Auswirkungen auf Flora, Fauna und biologische Vielfalt. Ein in Auftrag gegebenes artenschutzrechtliches Gutachten stellt zwei geschützte Tierarten in diesem Bereich fest, die Feldlerche und das Rebhuhn. Aufgrund der Gutachten wurde die Eingrünung des Ortsrandes festgesetzt, sprich Heckenbepflanzung Richtung Karben und zur Friedberger Straße hin. Bäume sind aus ökologischer Sicht im Randbereich nicht zu empfehlen, da sich dort Raubvögel niederlassen und die geschützten Arten bedrohen könnten. Daher sollen 6 Laubbäume auf dem Grundstück gepflanzt werden. Als weitere Ausgleichsmaßnahme wurde eine Dachbegrünung von 30% festgesetzt, die auch ausreichend Platz für eine Photovoltaikanlage bietet. Ein weiterer Ausgleich erfolgt über die Gerty-Strohm-Stiftung durch Niddarenaturierungsmaßnahmen. Ein Verzicht auf dauerhafte nächtliche Beleuchtung sowie die Installation insektenfreundlicher Straßenbeleuchtung ist vorgesehen. Das Niederschlagswasser, wenn nicht genutzt, ist auf dem Grundstück zu versickern.

"Wir sind durchaus zufrieden mit der vorgestellten Planung und halten nach wie vor den Standort in Ortsrandlage für sinnvoll. Die Forderung der Grünen wertvolle Wohnbauflächen oder die südliche Randfläche des Dortelweiler Platzes, die für die Entwicklung des Platzes essentiell ist, hierfür zu opfern ist nicht unterstützungsfähig", so der anwesende Vorsitzende der Dortelweiler CDU Dr. Witzel.

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