Verkehrsminister Al-Wazir will Hunderttausende Wohnungen rund um Frankfurt bauen lassen

BAD VILBEL. Eine Ankündigung des hessischen Verkehrsministers stößt bei der CDU-Fraktion im Bad Vilbeler Stadtparlament auf Kritik: Tarek Al-Wazir (Grüne) will Hunderttausende Wohnungen rund um Frankfurt bauen lassen. Der „Große Frankfurter Bogen“ soll sich nach Willen Al-Wazirs auch über Bad Vilbel erstrecken.
„Es ist richtig und wichtig, dass wir bezahlbaren Wohnraum schaffen“, betont der Verkehrspolitische Sprecher der CDU Bad Vilbel, Oliver Junker. Das tut die Stadt derzeit etwa an der Konrad-Adenauer-Allee in Dortelweil. „Aber: Wenn das Umland von Frankfurt noch mehr wachsen soll, muss der Verkehrsminister zuerst die Stauproblematik im Rhein-Main-Gebiet lösen. Bad Vilbel verträgt jedenfalls keinen weiteren Durchgangsverkehr.“
Ausbau von Niddertalbahn und S-6 müssen Vorrang haben
Schon jetzt sind die Straßen der Quellenstadt mehr als ausgelastet, erinnert Junker: „Karben, Nidderau, Schöneck, Niederdorfelden, Niddatal – wer von unseren Nachbarkommunen aus nach Frankfurt will, muss zwangsläufig durch Bad Vilbel fahren. Das bekommen wir jeden Tag zu spüren.“ Das gleiche gelte im Übrigen für die S-Bahn-Linie 6: „Auch hier fehlt es an Infrastruktur, um 200.000 Haushalte kompensieren zu können. Die Züge sind jetzt schon zu voll!“
Für die CDU Bad Vilbel steht fest, dass der Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Bad Vilbel und Friedberg sowie der Ausbau und die Modernisierung der Niddertalbahn beschleunigt werden müssen. Doch auch der Bau des Riederwald-Tunnels und der Ausbau der B 3 zwischen Bad Vilbel und Wöllstadt sind Voraussetzungen für neue Wohngebiete nordöstlich von Frankfurt. Junker weist ergänzend darauf hin, dass man sich auch über weitere neue Verkehrswege Gedanken machen müsse, wie beispielweise die Regionaltangente Ost aber auch neue Straßen. „Die Zukunft der Mobilität wird elektrisch sein, aber ob die Autos dann mit Batterie oder Brennstoffzellen fahren, ist nicht der Punkt. Sie werden trotzdem Straßen benötigen“, so der CDU-Politiker. Auch müsse der Verkehrsminister endlich den Ausbau von straßenbegleitenden Radwegen entlang der Bundes- und Landesstraßen stärker in den Fokus nehmen. „Hier fehlt es an konkreten Zusagen und nicht nur wagen Absichtserklärungen. Das Land muss hier Eigeninitiative zeigen. Die Netzlücken hat es schließlich schon identifiziert“, sagte Junker abschließend.

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