81,5 Millionen Euro investiert - Rentabilität spielt eine entscheidende Rolle

Seit Jahrzehnten nimmt Bad Vilbel beim Klima- und Gewässerschutz eine führende Position ein. Gezielt wurde eine extrem hohe Anschlussdichte bei der Gasversorgung aufgebaut, weil Gas gemessen an Kohle und Erdöl wesentlich sauberer ist.

Kohlekraftwerk stillgelegt

Die Stadtwerke legten das von den Amerikanern betriebene Kohlekraftwerk auf dem Heilsberg still, das dreckige Importkohle verbrannte. Das ist schon über 30 Jahre her!

Auf erneuerbare Energien gesetzt

Nach der Übernahme des Stromnetzes im Jahr 2000 entwickelten die Stadtwerke ein Konzept, um den Strombedarf für Bad Vilbel durch eigene Produktion abzudecken. Nachdem fossile Brennstoffe ausschieden, setzten die Stadtwerke voll auf erneuerbare Energie. Im letzten Jahr wurden 31,5 Millionen kWh durch Windräder erzeugt, wofür der Finanzierungsanteil 26,5 Millionen Euro beträgt.

Neue PV-Anlage im Allgäu

Im Allgäu wurden rund 2 Millionen Quadratmeter Land durch den Immobilienbetrieb und die Bürgerstiftung gekauft. Durch eine Tochtergesellschaft wurden mit finanzieller Unterstützung der Stadtwerke dort Fotovoltaikanlagen auf einer Fläche von ca. 450.000 Quadratmetern errichtet, die zur Zeit auf 650.000 Quadratmeter erweitert werden. Das gestattet eine Stromproduktion von rund 75 Millionen kWh im Jahr. Dabei war das Auktionsverfahren zu durchlaufen. Das führte zu einer hohen Kosteneffizienz, so dass die Vergütung durch die EEG-Zwangsabgabe sich bei dem aktuellen Feld nur noch auf 4,4 Cent/kWh beläuft. Das ist ein Bruchteil der Kosten der extrem unwirtschaftlichen kleinen Dachanlagen, die mit Vergütungen von über 10 Cent die EEG-Abgabe für Bürgerinnen und Bürger in die Höhen treiben. Diese 4,4 Cent liegen sogar unter den aktuellen Marktpreisen für Strom. Für die PV-Anlagen sind insgesamt rund 55 Millionen Euro investiert worden.

100% erneuerbare Energie für Bad Vilbel

Bereits in 2019 wird also der Stand erreicht werden, dass mit Erzeugungskapazitäten von 107 Millionen kWh der Bad Vilbeler Strombedarf rechnerisch zu 100 % durch erneuerbare Energien abgedeckt wird. Damit hat Bad Vilbel eine Spitzenposition, womöglich sogar die Spitzenposition. Es wird damit ein Ausstoß von 100.000 t CO2 pro Jahr vermieden.
Darüber hinaus hat auf Vorschlag des Geschäftsführers Klaus Minkel der Aufsichtsrat der Stadtwerke in seiner letzten Sitzung beschlossen, sich mit 5 % an einem Offshore-Windfeld in der Ostsee zu beteiligen, falls auch die OVAG diesen Schritt macht.

110 Millionen Euro für erneuerbare Energien

Dieses Windfeld vor Rügen ist durch eine Stadtwerketochter entwickelt worden. Da das Projekt mit einem Volumen von rund 700 Millionen Euro eine Nummer zu groß ist, wurde es zu 90 % veräußert.
Der Anteil von 5 % würde für eine jährliche Stromgewinnung von rund 55 Millionen kWh stehen. Das wäre weit über dem derzeitigen Bedarf, würde aber auch künftigen Bedarf einschließlich von E-Autos abdecken können. Die Stadtwerke hätten in diesem Fall 30 – 35 Millionen Euro zu investieren, wozu sie auch die Finanzkraft hätten. Insgesamt lägen die Investitionen in erneuerbare Energien bei über 110 Millionen Euro.
Effizienter ist die Energiefrage kaum zu lösen: Es reichen hierzu gemeinsam mit Viernheim drei Windparks, die große PV-Anlage im Allgäu und die Beteiligung in der Ostsee.
Die Rentabilität spielt dabei stets eine entscheidende Rolle, weil erneuerbare Energien auch extrem unwirtschaftlich sein können. Die EEG-Abgabe macht bundesweit immerhin 26 Milliarden Euro pro Jahr aus. Pro Kopf sind das rund 310 Euro, da der Aufwand von Gewerbe und Industrie letztlich über die Preise auf den Verbraucher abgewälzt wird. Das ist also weit von einer Kugel Eis pro Familie und Monat entfernt, die der grüne Umweltminister Trittin 2004 vollmundig als Preis versprochen hatte. Umweltschutz ist in Deutschland sehr teuer. Umgelegt auf die 34.000 Einwohner Bad Vilbels beträgt die Belastung aus der EEG-Abgabe rund 10,5 Millionen Euro pro Jahr. Dem sind die künftigen Gewinne aus der Stromerzeugung gegenzurechnen. Im Ergebnis ist daher der Strom in Deutschland teils mehr als doppelt so teuer wie im Ausland.

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