CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter kritisiert Darstellung der Freien Wähler


BAD VILBEL. Erneut erhitzt eine Petition die Bad Vilbeler Gemüter. Der Magistrat hat einen Antrag der Freien Wähler auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung auf seine Umsetzbarkeit geprüft. Der Antrag sieht vor, im Burgpark eine Art "Mini-Park" samt Nidda-Zugang zu schaffen.
Nach der Prüfung kam der Magistrat zu der Empfehlung, das Vorhaben nicht an dieser Stelle umzusetzen. Einer der Gründe: Schätzungsweise 25 große Bäume müssten für das Projekt „Naturerlebnis Nidda“ fallen. „Verständlich, dass die Stadt bei der derzeitigen Stimmung dafür nicht die politische Verantwortung übernehmen will“, erklärt dazu CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter. Die Petition fordert die Stadt nun dazu auf, „das Naturerlebnis mit der Erlebbarmachung der Nidda im Burgpark zeitnah umzusetzen“.

Besonders ärgert sich die Fraktionsvorsitzende jedoch über das Gebaren der Freien Wähler. „Raimo Biere proklamiert öffentlichkeitswirksam auf Facebook, dass das Stadtparlament in der Sache übergangen worden sei. Das grenzt an Fake News! Der Magistrat wurde auf Antrag der FWG vom Stadtparlament zur Prüfung des Projekts aufgefordert. Diese Prüfung wurde vorgenommen und der Magistrat hat eine Empfehlung ausgesprochen. Er hat damit den Auftrag des Parlaments erfüllt, auch wenn Herr Biere das Ergebnis missfällt“, so Utter.

Jetzt wäre es folgerichtig, wenn die Freien Wähler im Stadtparlament einen Antrag zur Ausführung stellten: „Denn selbstverständlich haben die Stadtverordneten das letzte Wort. Statt zu handeln, unterschreibt Herr Biere jedoch lieber eine Online-Petition, die rechtlich keine bindende Wirkung hat.“

Unabhängig davon müssen aus Sicht der CDU Bad Vilbel folgende Argumente in der Debatte um das „Naturerlebnis Nidda“ am Standort Burgpark berücksichtigt werden:

  • Für das Projekt müssten schätzungsweise 25 großkronige, alte, wertvolle Bäume gefällt werden. Derartige Fällungen sind in der Vergangenheit bei den Bürgern auf Kritik gestoßen. Nicht nur deshalb sollten keine gesunden Bäume gefällt werden, wenn es nicht zwingend notwendig ist.

  • In dem vorgeschlagenen Bereich liegen mehrere unterirdische Versorgungsleitungen. Eine Verlegung dieser Leitungen würden mindestens 150.000 Euro kosten, was die eigentlichen Baukosten des Projektes verdoppeln (!) würde.

  • Der Burgpark würde durch den Umbau deutlich verkleinert.

  • Der Radweg müsste verlegt werden. Fußgänger und Radfahrer würden noch enger zusammenrücken. Die Folge: großes Konflikt-Potential.

  • Eine solche Umgestaltung stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Natur dar. Bis sich das Areal davon erholt hätte, würde einige Zeit vergehen. Deswegen würde das Projekt (anders als proklamiert) keinen positiven Effekt auf den Hessentag haben.

  • An anderer Stelle wäre das „Naturerlebnis Nidda“ weitaus unkomplizierter umsetzbar. Geeignet wäre etwa der ohnehin kürzlich renaturierte Nidda-Abschnitt am Dottenfelderhof.

  • Wer die Nidda hautnah erleben möchte, kann das bereits jetzt tun – ganz zentral an der Bibliotheksbrücke. Der dortige Zugang könnte, wenn die Bürger dies wünschen, weiter verbessert werden.

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