CDU-Mitglieder wählen Delegierte für besonderen Kreisparteitag und ziehen Bilanz für 2018

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die CDU Bad Vilbel hat sich am vergangenen Dienstag bei ihrer besonderen Mitgliederversammlung auf die Europawahl am 26. Mai 2019 vorbereitet. CDU-Stadtverbands-vorsitzender Tobias Utter freute sich, dass mehr Mitglieder als erwartet den Weg nach Massenheim fanden – schließlich stellten sich zeitgleich bei der Regionalkonferenz der CDU Deutschlands die drei Kandidaten für den Vorsitz der Bundespartei, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn, den hessischen und thüringischen CDU-Mitgliedern vor.

Im Saal der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Massenheim blickte Utter zunächst auf die vergangenen Monate zurück: „Bei der Landtagswahl habe wir schlecht abgeschnitten, obwohl die Menschen mit der Arbeit der Landesregierung nachweislich sehr zufrieden waren.“ Davon profitiert hätten jedoch nur die Grünen. Schuld daran sei unter anderem das unglückliche Agieren der CSU und ihres Vorsitzenden, der fehlende Rückenwind aus dem politischen Berlin und der sogenannte „Diesel-Skandal“. Das Bad Vilbeler Ergebnis der CDU sei zwar etwas besser ausgefallen als der Landesdurchschnitt, jedoch bei weitem nicht gut. Unabhängig davon dankte Utter seinen Helfern für den engagierten Wahlkampf.

Genauigkeit vor Schnelligkeit

„Ganz knapp ergibt sich dennoch die Chance, Schwarz-Grün in Hessen fortzusetzen.
Die Koalitionsverhandlungen haben begonnen“, berichtete Utter, der als europapolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion den Themenkomplex Europa mitverhandeln wird. „Die Koalition soll nach Möglichkeit noch vor Weihnachten geschlossen werden. Doch Genauigkeit geht vor Schnelligkeit.“

Mit Blick auf die Europawahl warnte Utter: „Populismus von links und rechts, Egoismus und Nationalismus bedrohen unsere Freiheit und liberale Demokratie.“ Deshalb sei es umso wichtiger, für ein starkes Europa zu kämpfen.

CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter zog aus Sicht der Fraktion Bilanz: „Wir alle waren schockiert und traurig, als Thermen-Investor Josef Wund im Dezember 2017 tödlich verunglückt ist“, erinnerte sie sich. „Es grenzt schon fast an Staatsversagen in Baden-Württemberg, dass der Erbschein zugunsten der Wundstiftung bis heute nicht ausgestellt werden konnte.“ Dennoch sei weiterhin sehr intensiv an dem Projekt Kombibad gearbeitet worden: „Stadtrat Klaus Minkel ist zuversichtlich, dass den Gremien und der Öffentlichkeit bald die Arbeitsergebnisse präsentiert werden können“, kündigte Utter an. Gut voran gingen indes die Vorbereitungen für den Hessentag, der Bau der neuen Stadthalle und die baldige Realisierung des im Februar beschlossenen Radverkehrskonzepts.

Von historischem Wert

Bei der anschließenden Wahl bestimmten die CDU-Mitglieder ihre 34 Delegierten für den besonderen Kreisparteitagen zur Europawahl, der am 10. Dezember in Rosbach stattfinden wird. Die Delegierten des Stadtverbandes wählen dort wiederum die Delegierten für den besonderen Landesparteitag, wo schlussendlich die Landesliste mit den Kandidaten für die Europawahl bestimmt wird.

Eine Urkunde samt Anstecknadel für 40 Jahre treue Mitgliedschaft durfte Tobias Utter schließlich an Werner Hollhorst überreichen. Jochen Wilbert wurde auf gleiche Art und Weise für 25 Jahre Mitgliedschaft gedankt. Und die Urkunde sei von beinahe historischem Wert, bemerkte Utter mit einem Augenzwinkern: „Schließlich hat Angela Merkel darauf noch als CDU-Parteivorsitzende unterschrieben.“

Im Bild: Freuen sich über die Ehrung (von links): Werner Hollhorst, Tobias Utter und Jochen
Wilbert.

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